Necati Öziri
Necati Öziri, geboren 1988 in Datteln, Nordrhein-Westfalen, hat Philosophie, Germanistik und Neuere Deutsche Literatur in Bochum, Istanbul, Olsztyn und Berlin studiert. Öziri war Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung und unterrichtete an der Ruhr-Universität Bochum formale Logik. Von 2013 bis einschließlich 2017 war er Teil der Dramaturgie am Maxim-Gorki-Theater Berlin, davon zwei Jahre künstlerischer Leiter des Studio Я. Seit 2017 ist er Dramaturg bei den Berliner Festspielen, wo er das internationale Forum des Theatertreffens leitet. Beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2021 wurde er mit dem Kelag-Preis und dem Publikumspreis ausgezeichnet. Mit seinem Debütroman „Vatermal“ schaffte er es auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2023.
Schreibworkshop: „Versuchst du gerade, witzig zu sein?“ Warum es sich lohnt, ernsthaft über Humor nachzudenken
Was macht Humor mit einem Text? Zu welchen Themen, Gefühlen, Bildern passt er? Ist Humor ein Genre? Oder nur ein Mittel, das ganz losgelöst vom Kontext existieren darf? Gemeinsam sprechen wir über die lustigen Texte der Teilnehmenden – und über ernste, indem wir uns fragen: Wann entscheiden wir uns für Humor, wann für Ernsthaftigkeit – und aus welchen Motiven?
Als gemeinsame Arbeitsgrundlage dienen Texte der Teilnehmenden. Bitte die Texte bis zum 29. Juni 2026 einreichen. Der Umfang sollte maximal sieben Normseiten betragen, gern deutlich weniger. Besonders willkommen sind einzelne Passagen oder Ausschnitte, „in denen der Wurm drin ist“ – Stellen mit einem Tonproblem, an dem sich gemeinsam diskutieren lässt.
Die mitgebrachten Texte müssen ausdrücklich nicht humorvoll oder witzig sein. Im Gegenteil: Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem Ton eines Textes und den bewussten oder unbewussten Entscheidungen zwischen Humor und Ernsthaftigkeit. Spannend ist dabei weniger das Ergebnis als der Weg dorthin: Warum wird an einer Stelle gelacht, an einer anderen geschwiegen?
Samstag, 18. Juli 2026, 9.30 bis 12.30 Uhr und
Sonntag, 19. Juli 2026, 9.30 bis 14 Uhr
Ort: Bildungszentrum, Gewerbemuseumsplatz 2, Nürnberg
Preis: 160 Euro, maximal 12 Plätze
Samstag, 18. Juli 2026, 17.30 bis 18 Uhr
Lesung: Warum Romane weh tun dürfen …
… und warum die Literatur dennoch der sicherste Ort ist, um dem Bösen zu begegnen – am Beispiel von „Geordnete Verhältnisse“.
Katharinenruine, Am Katharinenkloster 6, 90403 Nürnberg
Bei schlechtem Wetter im benachbarten Katharinensaal, Eingang über Peter-Vischer-Straße
Preis: 8 Euro / Restkarten an der Abendkasse
Moderation: Anne Wasmuth

Vatermal
[Claassen Verlag, Berlin 2023]
Necati Öziris Debütroman Vatermal erzählt von einem Jungen, dem keine Zeit mehr bleibt: Arda liegt im Krankenhaus und weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Er beschließt, seinem Vater, den er nie kennengelernt hat, einen Brief zu schreiben und erzählt diesem von Geburtstagen auf dem Flur des Ausländeramts, von ganzen Nachmittagen, die er und seine Freunde in rassistische Polizeikontrollen geraten, von der Kindheit seiner Mutter Ümran, die zu früh erwachsen werden musste, und von seiner Schwester Aylin, die rastlos von einem Ort zu nächsten zieht, nachdem der Vater die Familie verlassen hat.








