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Katerina Poladjan

Katerina Poladjan

Schreibworkshop: Recherche und Fiktion
Lesung: Die untergegangenen Welten, die in uns weiterleben


Katerina Poladjan

Katerina Poladjan wurde 1971 in Moskau geboren, wuchs in Rom und Wien auf und lebt in Deutschland.  Sie machte sich zunächst einen Namen als Performancekünstlerin und Schauspielerin. Sie war in zahlreichen Theatern tätig, unter anderem am Schauspielhaus Hamburg und an der Schaubühne Berlin. Sie schreibt Theatertexte und Essays, auf ihr Prosadebüt „In einer Nacht, woanders“ folgte „Vielleicht Marseille“ und gemeinsam mit Henning Fritsch schrieb sie den literarischen Reisebericht „Hinter Sibirien“.
Poladjan nahm 2015 bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt teil, erhielt Stipendien des Deutschen Literaturfonds, des Berliner Senats und der Robert Bosch Stiftung. Ihr dritter Roman „Hier sind Löwen“ wurde in sieben Sprachen übersetzt, stand auf der Longlist  des Deutschen Buchpreises und wurde 2021 mit dem Nelly-Sachs-Preis ausgezeichnet.

 


Schreibworkshop: Recherche und Fiktion Vom Zettelkasten zur Geschichte

Grundlage allen Erzählens ist die Welt, in der wir leben – unsere Erfahrungen, Gefühle, Kenntnisse, Beobachtungen, Reiseerlebnisse. Wo an journalistisches Schreiben der Anspruch besteht, den beschriebenen Ausschnitt der Welt möglichst genau abzubilden, öffnet das literarische Projekt einen manchmal beängstigenden Raum der Freiheit. Je mehr sich fiktionale Texte jedoch an historischen oder geografischen Gegebenheiten orientieren, umso mehr scheint bei der Leserschaft ein Anspruch zu entstehen, das Erzählte müsse „die Realität" spiegeln. Gibt es also Grenzen? Und wo beginnt in diesem Spannungsfeld, die Erzählstimme zu sprechen? Diese Fragen werden wir gemeinsam am Text und in der Welt besprechen, Untiefen ausloten, Perspektiven öffnen. Bitte reichen Sie vorab fünf Normseiten erzählerischer Prosa ein, die Sie als Grundlage unserer Diskussion zur Verfügung stellen möchten.

Samstag, 9. Juli 2022, 9 bis 12 Uhr und
Sonntag, 10. Juli 2022, 9.30 bis 14 Uhr

Ort: Bildungszentrum, Gewerbemuseumsplatz 2, Nürnberg

Preis: 150 Euro, maximal 12 Plätze


Sonntag, 10. Juli 2022, 15 Uhr

Lesung: Die untergegangenen Welten,

die in uns weiterleben

auf dem Weg zu einem transkulturellen Gedächtnis - am Beispiel von „Zukunftsmusik“.

 Ort: Katharinenruine, bei sehr schlechtem Wetter im benachbarten Katharinnensaal
 Preis: 5 Euro / Restkarten an der Abendkasse


Zukunftsmusik

[S. Fischer, 2022]

Vier Generationen von Frauen, eine Kommunalka und das Ende einer Epoche. In der sibirischen Weite, tausende Werst östlich von Moskau, leben in einer Gemeinschaftswohnung auf engstem Raum Großmutter, Mutter, Tochter und Enkelin unter dem bröckelnden Putz einer vergangenen Zeit. Es ist der 11. März 1985, Beginn einer Zeitenwende, von der noch niemand etwas ahnt. Alle gehen ihrem Alltag nach. Der Ingenieur von nebenan versucht, sein Leben in Kästchen zu sortieren, Warwara hilft einem Kind auf die Welt, Maria träumt von der Liebe, Janka will am Abend in der Küche singen. 

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