Kaleb Erdmann
Kaleb Erdmann, Jahrgang 1991, studierte Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig sowie Politikwissenschaften und Politische Theorie in München und Frankfurt am Main.
Er war als Autor und Redakteur für verschiedene Fernseh- und Unterhaltungsformate tätig. Sein erster Roman „wir sind pioniere“ wurde mit dem Debütpreis der lit.COLOGNE ausgezeichnet, der darauffolgende Roman „Die Ausweichschule“ stand 2025 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.
Sonntag, 19. Juli 2026, 15 bis 16 Uhr
Lesung: „Und was ist davon wahr?“
Vom Versuch der Literatur, sich gegen die Realität zu behaupten
Ausgehend von ausgewählten Lesestellen wird die Rezeption und die Reaktionen auf „Die Ausweichschule“ beleuchtet. Im Zentrum steht die Frage, warum der Text als „Roman“ bezeichnet wird und wie Literatur Wirklichkeit aufgreift, verzerrt oder sich ihr widersetzt. Dabei wird das Spannungsfeld zwischen erzählerischer Freiheit und realem Bezug untersucht.
Katharinenruine, Am Katharinenkloster 6, 90403 Nürnberg
Bei schlechtem Wetter im benachbarten Katharinensaal, Eingang über Peter-Vischer-Straße
Preis: 8 Euro / Restkarten an der Abendkasse
Moderation: Anne Wasmuth
Schreibworkshop: „Versuchst du gerade, witzig zu sein?“ Warum es sich lohnt, ernsthaft über Humor nachzudenken
Was macht Humor mit einem Text? Zu welchen Themen, Gefühlen, Bildern passt er? Ist Humor ein Genre? Oder nur ein Mittel, das ganz losgelöst vom Kontext existieren darf? Gemeinsam sprechen wir über die lustigen Texte der Teilnehmenden – und über ernste, indem wir uns fragen: Wann entscheiden wir uns für Humor, wann für Ernsthaftigkeit – und aus welchen Motiven?
Als gemeinsame Arbeitsgrundlage dienen Texte der Teilnehmenden. Bitte die Texte bis zum 29. Juni 2026 einreichen. Der Umfang sollte maximal sieben Normseiten betragen, gern deutlich weniger. Besonders willkommen sind einzelne Passagen oder Ausschnitte, „in denen der Wurm drin ist“ – Stellen mit einem Tonproblem, an dem sich gemeinsam diskutieren lässt.
Die mitgebrachten Texte müssen ausdrücklich nicht humorvoll oder witzig sein. Im Gegenteil: Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem Ton eines Textes und den bewussten oder unbewussten Entscheidungen zwischen Humor und Ernsthaftigkeit. Spannend ist dabei weniger das Ergebnis als der Weg dorthin: Warum wird an einer Stelle gelacht, an einer anderen geschwiegen?
Samstag, 18. Juli 2026, 9.30 bis 12.30 Uhr und
Sonntag, 19. Juli 2026, 9.30 bis 14 Uhr
Ort: Bildungszentrum, Gewerbemuseumsplatz 2, Nürnberg
Preis: 160 Euro, maximal 12 Plätze

Die Ausweichschule
[Park X Ullstein, Berlin 2025]
Am letzten Tag der Abiturprüfungen im Jahr 2002 fallen Schüsse im Erfurter Gutenberg-Gymnasium. Der elfjährige Erzähler erlebt den Amoklauf und wird in den folgenden Wochen und Monaten Zeuge der Hilflosigkeit, mit der die Erwachsenen versuchen, den inneren und äußeren Spuren der Tat Herr zu werden. Mehr als zwanzig Jahre später tritt das Ereignis erneut unerwartet und gewaltvoll in sein Leben. Er beginnt, an einem Romanprojekt über Verarbeitung, Erinnerung und Trauma zu arbeiten, wird jedoch immer wieder vom eigenen Schreiben eingeholt: Hat er das Recht dazu, nach so vielen Jahren alte Wunden aufzureißen? Was geschieht mit Geschichten, die man hunderte Male erzählt? Immer klarer wird: Man schreibt nie nur für sich allein. In „Die Ausweichschule“ verdichtet Kaleb Erdmann seine Erlebnisse nach dem Erfurter Amoklauf zu einem gekonnten Spiel mit Perspektiven.














