Können Geschichten heilsam sein? – Lesung und Gespräch mit Silke Heimes und Martin Beyer
Über die Kraft der Literatur in Krisenzeiten
19 Juli 2026 13.00 Uhr - 14.00 Uhr
In dieser gemeinsamen Lesung und Diskussion widmen sich der Bamberger Autor und Schreibcoach Martin Beyer sowie die Autorin, Medizinerin und therapeutische Schreibcoachin Silke Heimes der Frage, welche Rolle das Erzählen, das Hören und das Lesen von Geschichten für Menschen in belastenden Lebenssituationen spielen kann. Ausgangspunkt der Veranstaltung ist Martin Beyers neuer Roman „Elf ist eine gerade Zahl“ (List/Ullstein). In diesem Buch entfaltet sich die Fanta-sie als eine Kraft, die Wirklichkeit nicht verdrängt, sondern erweitert – als Möglichkeit, mit einer existenziellen Herausforderung, der Krebserkrankung eines jungen Mädchens, umzugehen. Das Erzählen wird hier zu einem Raum, in dem Wörter und Bilder entstehen, wo eigentlich Sprachlosigkeit herrscht.
An diese literarische Perspektive knüpft Silke Heimes aus ihrer langjährigen Praxis als Schreib- und Poesietherapeutin an. Sie bringt ihre Erfahrungen und Publikationen aus der therapeutischen Arbeit mit dem Schreiben ein und zeigt, wie das eigene Erzählen – ebenso wie das Zu-hören oder Lesen – Resilienz fördern, innere Ordnung stiften und neue Handlungsspielräume eröffnen kann. Geschichten wirken dabei nicht nur individuell, sondern auch sozial: Sie schaffen Resonanz, stiften Verbindung und ermöglichen Verständigung über die persönliche Grenze hinweg. Im Dialog zwischen Literatur und therapeutischer Praxis wird deutlich, wie eng ästhetisches Erzählen und seelische Verarbeitung miteinander verbunden sein können. Die Veranstaltung lädt das Publikum ein, über die heilsame Kraft von Geschichten nachzudenken – über ihr Potential, Halt zu geben, Beziehungen zu knüpfen und Krisen zu begegnen.
Dr. Silke Heimes ist Ärztin, Poesietherapeutin, Autorin. Sie war lange Jahre Professorin für Journalistik und beschäftigt sich seit über zwanzig Jahren mit der heilsamen Kraft des Schreibens. 2007 hat sie das Institut für kreatives und therapeutisches Schreiben (IKUTS) gegründet, das sie seither leitet. Zu ihren zahlreichen Veröffentlichungen zählen Sachbücher, Romane und Jugendbücher. Zuletzt erschien der Jugendroman „Who’s to blame“ (Ueberreuter).
Dr. Martin Beyer veröffentlichte mit 18 Jahren seine erste Erzählung und macht seitdem nichts lieber, als an seinen Geschichten zu arbeiten und bei anderen die Freude an Sprache zu wecken. Für seine Texte wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bayerischen Kunstförderpreis und dem Walter-Kempowski-Literaturpreis. Zuletzt er-schien der Roman „Elf ist eine gerade Zahl“ (List/Ullstein).
In seinen Workshops vermittelt Martin Beyer kleinen und großen Menschen den Zauber des Erzählens und hilft ihnen, ihre künstlerische Identität zu stärken.

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