Schreibworkshops / Meisterklassen

Nach dem Motto "von den Besten lernen" gibt es auch in diesem Jahr zur Auswahl acht spannende Schreibworkshops / Meisterklassen mit ausgezeichneten und erfahrenen Autorinnen. Nutzen Sie die Gelegenheit, die erfolgreichen Autorinnen persönlich kennenzulernen, mit ihnen in exklusiven Workshops in kleinen Gruppen zu arbeiten, sich professionelles Feedback zu holen und dabei auch das eigene Netzwerk zu erweitern.

Die zweiteiligen Workshops dauern jeweils insgesamt 7 Stunden, verteilt zwischen
Samstag, 26. Juni 2021, 10 bis 14 Uhr und
Sonntag, 27. Juni 2021, 9.30 bis 12.30 Uhr.

Ort: Bildungszentrum, Gewerbemuseumsplatz 2, Nürnberg
Teilnahmegebühr: jeweils 150 Euro
Es wird in kleinen Gruppen gearbeitet (maximal 12 Teilnehmende).
Wir freuen uns auf Ihre Bewerbungen! Sie erhalten von uns innerhalb von wenigen Tagen eine Rückmeldung.

Diversity Writing.

Mehrwert finden im Schreiben alternativer Lebens- und Liebeskonzepte.
Meisterklasse mit Miku Sophie Kühmel

Obwohl unsere Welt voll von Kunst und Popkultur ist, gibt es immer noch zahllose Geschichten, die nicht erzählt werden. Egal, ob bezogen auf sexuelle bzw. geschlechtliche Identität oder auf ganz andere Aspekte unserer Persönlichkeiten: Vielfältige Perspektiven können uns helfen, einander besser zu verstehen, uns einzufühlen und gemeinsam am gesamtgesellschaftlichen Fortschritt zu arbeiten. Im Workshop ergründen wir unter anderem, wie das Erzählen eines „Anderen“ funktionieren kann und welche Auswirkungen beispielsweise das Spiel mit Geschlechter- und Beziehungskonzepten für ein Werk hat.

Portrait Autorin Miku Sophie Kühmel
© Andreas Labes (Miku Sophie Kühmel)

Kinderstimmen, alte Seelen.

Portrait der Autorin Nina Bußmann
© Heike Steinweg (Nina Bußmann)

Alter und Perspektive.
Meisterklasse mit Nina Bußmann

Welche Stimme für welche Generation?

Über Kindheit und Jugend schreiben ist leicht: Alle waren mal elf, alle waren mal fünfzehn und erinnern sich, bildstark und magisch. Deshalb ist es auch schwer. Wie kommen die Bilder in den Text?

Umgekehrt kann man natürlich auch von Lebensphasen erzählen, die man noch nicht erlebt hat. Es geht darum, die richtige Stimme zu finden. Im Workshop sprechen wir über fremde Texte und eigene Versuche. Woran erkennen wir das Alter einer Erzählstimme? Warum altert Jugendsprache so schnell und was ist ein guter Umgang damit? Warum gelten kluge Kinderstimmen schnell als altklug? Wie kommen wir zu unserer Perspektive und was hat das alles mit Nähe und Distanz zu tun?


Mein schreibendes Ich

Wie viel erzähle ich von mir, wenn ich schreibe, und wie erzähle ich meine Geschichte, ohne alles über mich zu verraten? 
Meisterklasse mit Lena Gorelik

Jedes Schreiben ist auch immer ein Ich: Es kann nur aus einem selbst entstehen, es beinhaltet ein Ich, selbst wenn dieses in den tatsächlich notierten Zeilen schweigt. Wer ist aber dieses Ich: das Ich, das schreibt? Das Ich, das man schreibt? Das Ich, das man auf gar keinen Fall schreiben möchte? Wir werden die Antwort auf diese Frage wahrscheinlich nicht finden, aber uns auf der Suche danach in Geschichten verstricken, Fragen zu Dialogen wachsen lassen, uns in Figuren verlieben [und wieder entlieben], uns selbst und die anderen verwirren und vielen Ichs Gesichter geben, Stimmen und Leben. Wir werden schreiben, ohne uns die Blöße zu geben, aber uns unserer SELBST vergewissern, uns nicht vergessen dabei. Jede und jeder trägt eine Geschichte in sich, es gilt nur, sie als solche zu wissen.

Portrait Autorin Lena Gorelik
© Charlotte Troll (Lena Gorelik)

Stimme der Dinge.

Portrait Autorin Judith Kuckart
© Laima Chenkelli (Judith Kuckart)

Welche Geschichten erzählen die Dinge? 
Meisterklasse mit Judith Kuckart

Welche Geschichten erzählen die Dinge, wenn die Menschen den Raum verlassen haben? Wofür sind sie Zeugen? Was ist ihre Sprache? Wie klingt ihre Stimme? Wir sammeln Material dazu. Wir setzen das Material um. In Geschichten, die über Dinge reden, von denen wir vielleicht selber nicht so gern sprechen. Ja, „ICH“ ist für die Tage in Nürnberg eine Andere. „ICH“ wird vielleicht eine Käsereibe, ein Rucksack, eine Briefmarke, ein Ohrring oder auch ein Handy, das in einem unglücklichen Moment auf stumm geschaltet war.


Authentizität und Wahrhaftigkeit.

Portrait Autorin Deniz Ohde
© Suhrkamp (Deniz Ohde)

Literatur als Ort der Wahrhaftigkeit – wie kommt das Wahre in die Fiktion?
Meisterklasse mit Deniz Ohde
Was ist Authentizität und was steckt eigentlich dahinter, wenn sie von Literatur verlangt wird? An wen wird die Forderung nach Authentizität herangetragen und wie kann man dieser Forderung begegnen? Wo liegt der Unterschied zur Wahrhaftigkeit – und wie kommt diese in die Fiktion? Der Workshop bietet Anleitung, den eigenen Anspruch an diese Themen zu erforschen und gibt Impulse dazu, welche sprachlichen Mittel es braucht, um Wahrhaftigkeit in einer Handlung zu erzeugen, die nicht unbedingt „nach einer wahren Begebenheit” geschehen sein muss. Die Teilnehmenden sind dazu eingeladen, eigene Textbeispiele vorab einzusenden bzw. mitzubringen oder fremde Textbeispiele zum Thema vorzuschlagen.


Wer „Ich“ sagt, muss auch „Sie, Er, Wir“ sagen.

Portrait Autorin Julia Schoch
© Ulrich Burkhardt (Julia Schoch)

Wie wir den Reichtum literarischer Perspektiven nutzen können
Meisterklasse mit Julia Schoch

Wir schreiben nie nur aus einer Perspektive. Literarische Texte sind immer ein Gewebe aus mehreren Blickrichtungen. Sogar dann, wenn in der Literatur „Ich“ gesagt wird. Der Reigen unterschiedlicher Perspektiven ist ein beiläufiger, oft unmerklicher. Wir wollen ihn im Workshop merken! Und sehen, wie sich Ichs und Ers/Sies überschneiden und ergänzen und wozu überhaupt. Wie können wir die Vielstimmigkeit nutzen, damit Texte nicht platt wirken, sondern komplex und vielschichtig? Wann ist es sinnvoll, den Perspektivenreichtum auszuschöpfen und wann nicht? Anhand vermeintlicher Ich-Romane und eigener Texte erkunden wir die Subtilitäten und Möglichkeiten dieser Form als literarischer Strategie.


Ich sehe was, was du nicht siehst.

Portrait Autorin Tamara Bach
© privat (Tamara Bach)

Die Beobachtung schärfen, zeigen, statt zu behaupten.
Meisterklasse mit Tamara Bach

„Show, don’t tell“ wird wieder und wieder als Regel für das gute, genaue Schreiben beschworen. Aber oft ist es so schwer das Gesehene abzubilden ohne Wertung und Interpretation. Wie bewegt sich jemand im Raum, dem langweilig ist? Wie sieht Warten aus? Trauer, Wut? Wie äußert sich das in Gesten, in Mimik, in alltäglichen Handlungen, der Art, wie Menschen beieinanderstehen? Und reicht es, nur das zu beschreiben? Kann das Auge zum Erzähler werden?

Mit Schreib- und Beobachtungsübungen und in der gemeinsamen Textanalyse trainieren die
Teilnehmenden den eigenen Blick auf die Welt, aber vor allem auf die Menschen in ihr.


Schreiben und Übersetzen.

Portrait Autorin Isabel Bogdan
© Heike Blenk (Isabel Bogdan)

Wie können sich Schreiben und Übersetzen gegenseitig befruchten?
Meisterklasse mit Isabel Bogdan

Wir erschließen uns die Welt [zum Teil] aus übersetzter Literatur. Aber wie arbeiten die Menschen, die uns diese Texte zugänglich machen? Kann das jeder, der eine Fremdsprache beherrscht? Was macht das Übersetzen von Literatur aus?

Und was können wir vom Übersetzen für das Schreiben lernen? Was ist der Unterschied? Diese Fragen stellen wir uns. Wir übersetzen ein kleines Stück aus dem Englischen [keine Bange, wer nicht gut Englisch kann: Verständnisfragen lassen sich schnell klären, es geht dann vor allem darum, das gleiche auf Deutsch auszudrücken]. Im zweiten Teil wollen wir ein bisschen schreiben und mal sehen, ob sich das eigene Schreiben durch das Übersetzen verändert.