Lesungen

Die Lesungen während der texttage.nürnberg haben einen ganz besonderen Charakter: Die Autorinnen und Autoren lesen kurz aus ihren Büchern, um anschließend einen Vortrag über verschiedene Aspekte des Schreibprozesses zu halten. Selbstverständlich gibt es zum Abschluss Zeit für die Publikumsfragen. Auch die Büchersignierung wird nicht zu kurz kommen!
Alle Lesungen finden statt im Fabersaal des Bildungszentrums, Gewerbemuseumsplatz2

texttage-Pass: Early-Birds Tickets zum Vorzugspreis
Für Schnellentschlossene bieten wir einen texttage-Pass, mit dem der Eintritt in alle neun Lesungen möglich wird (regulärer Eintrittspreis je Lesung: 8 Euro). Allerdings ist das Kontingent sehr begrenzt.

Ein Blick in die polnische Literatur der Gegenwart

Lesung mit Olga Tokarczuk
Freitag, 31. Mai 2019, 19 Uhr
Für den Roman Unrast erhielt Olga Tokarczuk 2018 gemeinsam mit ihrer US-amerikanischen Übersetzerin Jennifer Croft den internationalen Man-Booker-Preis.  Die Jury lobte den "wundervollen Esprit, die Fantasie und die literarische Ausdruckskraft" der Autorin. Eine Frau und ihr kleiner Sohn verschwinden auf mysteriöse Weise während des Urlaubs - um ebenso plötzlich wieder aufzutauchen; eine orthodoxe Sekte will durch ständige Bewegung dem Teufel entkommen; Chopins Schwester begleitet sein Herz auf eine allerletzte Reise nach Warschau: Das Buch besteht aus kleinen Geschichten, Erzählungen, Tagebucheinträgen und Reisenotizen, die jedoch einem gemeinsamen roten Faden folgen.

zum Warenkorb hinzufügen aus Warenkorb entfernen Warenkorb anzeigen

Wie kriege ich das Buch verkauft?

Lesung mit Timur Vermes
Freitag, 31. Mai 2019, 20.30 Uhr
Schreiben ist nur eines der Probleme des Autors: Mindestens genauso bedeutend ist die Frage des Verkaufs. Und die Frage: Warum schieben manche Autoren diesen Aspekt möglichst lange auf?

 

In Die Hungrigen und die Satten wird Deutschland vom Nachfolger der durch einen Putsch gestürzten Angela Merkel regiert. In Deutschland gibt es eine „Obergrenze“ für Asylsuchende. Ganz Europa ist abgeriegelt, die Zuwanderung scheint geregelt zu sein –  bis sich mehrere Hunderttausend afrikanische Flüchtlinge nach Deutschland aufmachen, zu Fuß, begleitet von einem deutschen Fernsehteam. Timur Vermes Gesellschaftssatire hinterfragt die politische Realität mit besonderem Augenmerk auf die rekordgierige Medienberichterstattung.

zum Warenkorb hinzufügen aus Warenkorb entfernen Warenkorb anzeigen

Die eigene Sprache finden

Lesung mit Franziska Hauser
Samstag, 1. Juni 2019, 16 Uhr
Kann die Sprache eine Anziehungskraft entwickeln, die den Leser ins Innere einer Geschichte hineinzieht?

Im aktuellen Buch Die Gewitterschwimmerin (Eichborn/Bastei Lübbe, 2018) erzählt Franziska Hauser die Geschichte ihrer eigenen Familie. Eine Geschichte, in der die politischen Entwicklungen die privaten Entscheidungen bestimmen und in der aus Opfer und Helden Täter werden.

zum Warenkorb hinzufügen aus Warenkorb entfernen Warenkorb anzeigen

Die Stadien eines Romans

Lesung mit Matthias Nawrat
Samstag, 1. Juni 2019, 17.30 Uhr
Ein Vortrag darüber, wie aus ersten Schreibversuchen allmählich ein Roman entstehen kann - am Beispiel von Die vielen Tode unseres Opas Jurek.

Die vielen Tode unseres Opas Jurek (Rowohlt Verlag, Reinbek 2015) ist ein Schelmenroman und ein Familienepos zugleich. In mehreren Anekdoten, die die Enkel über ihren Opa an dessen Grab erzählen, erstreckt sich die kleine private Geschichte im Schatten der großen historischen Orte und Geschehnisse: Auschwitz, Stalinismus, Mauerfall

zum Warenkorb hinzufügen aus Warenkorb entfernen Warenkorb anzeigen

Von einer persönlichen Geschichte zum Buch über eine kollektive Erfahrung

Lesung mit Emilia Smechowski
Samstag, 1. Juni 2019, 19 Uhr
Autobiografisch schreiben und Relevanz erzeugen am Beispiel von Wir Strebermigranten.

Wir Strebermigranten (Hanser Berlin, 2017) ist ein autobiografisches Buch. Mit der Auswanderung entscheidet sich Familie Smechowski für eine Ausradierung der eigenen Herkunft und Vergangenheit und für eine bedingungslose Anpassung. Das Buch fragt nach, zu welchem emotionalen Preis diese Art der Integration erreicht wird und inwiefern es zum Verleugnen bzw zum Verlust der eigenen Identität kommt.

zum Warenkorb hinzufügen aus Warenkorb entfernen Warenkorb anzeigen

Die Recherche am Beispiel von „Gott ist nicht schüchtern“

Lesung mit Olga Grjasnowa
Samstag, 1. Juni 2019, 20.30 Uhr
Ein kleiner Vortrag zur literarischen Recherche, ihren Freiheiten und dem Unterschied zu journalistischen Reportagen.

In ihrem Roman Gott ist nicht schüchtern (Aufbau Verlag, 2017) erzählt Olga Grjasnowa von Amal und Hammoudi. Beide sind jung und begabt und fliehen vor dem Assad-Regime nach Deutschland. In Berlin begegnen sie sich wieder als zwei Menschen, die alles verloren haben und nun von vorn anfangen müssen.

zum Warenkorb hinzufügen aus Warenkorb entfernen Warenkorb anzeigen

Wie finde ich meinen Stoff zwischen Mainstream und Nische?

Lesung mit Britta Sabbag
Sonntag, 2. Juni 2019, 15.30 Uhr
Kinderbücher sind lustig und fantasievoll - aber reicht das? Wie tickt der Markt, was wird gelesen und gesucht, was braucht ein Kind, um sich in einer Geschichte wohl zu fühlen, und wer trifft überhaupt die Kaufentscheidung - Kinder oder Eltern?  Mit Tipps und Tricks für alle die sich an einem Kinderbuch versuchen wollen.

In ihren Kinderbüchern widmet sich Britta Sabbag wichtigen Themen aus dem Kinderalltag. Sie lässt ihre liebenswerten Tierfiguren Wichtiges entdecken und führt das junge Publikum kindgerecht in die Welt der Bücher: In der (bisher) sechsteiligen Buchreihe Die kleine Hummel Bommel für Kinder von 4 bis 6 Jahren entdeckt beispielweise eine Hummel die Welt und stellt ganz große Fragen nach dem Glück, der Liebe, der Zeit… Der kleine Waschbär Waschmichnicht, Held eines Bilderbuches für Kinder ab 3 Jahren, will sich partout nicht waschen. Die kleine Hummel Bommel, das sie zusammen mit Sängerin Maite Kelly herausbrachte, erreichte Platz 1 der Spiegel-Bestseller-Liste und hielt sich monatelang in den Top 3. Für die aktuelle Folge mit den Abenteuern des kleinen umtriebigen Insekts, Die kleine Hummel Bommel und die Zeit erhielt sie den Goldenen Lovelybooks Leserpreis – bereits ihr dritter Leserpreis in der Kategorie Kinderbücher.

zum Warenkorb hinzufügen aus Warenkorb entfernen Warenkorb anzeigen

„Wahre Begebenheiten“ und künstlerische Freiheit

Lesung mit Susanne Fritz
Sonntag, 2. Juni 2019, 17.30 Uhr
Ist Kunstfreiheit eine Selbstverständlichkeit? Muss ich sie mir erarbeiten? Moral und Ästhetik bedingen einander – gerade beim Schreiben über „wahre Begebenheiten“. Der Vortrag bezieht sich u.a. auf Erfahrungen der Autorin beim Schreiben von Wie kommt der Krieg ins Kind und wagt eine kritische Befragung literarischer Mittel.

 

Wie kommt der Krieg ins Kind (Wallstein 2018) erzählt das Schicksal der Mutter, die mit 14 Jahren als Zwangsarbeiterin in ein polnisches Arbeitslager kam und dort vier Jahre verbrachte. Die bruchstückhaften, durch Schweigegebote und Tabus gehemmten Erzählungen der Mutter überschatten die Kindheit der Tochter und prägen sie fürs Leben. Eine sehr persönliche Geschichte, die gleichzeitig viel über die politische und familiäre Erinnerungskultur, über die Fortschreibung der Traumata und über das deutsch-polnische Verhältnis über zwei Weltkriege hinweg erzählt.

zum Warenkorb hinzufügen aus Warenkorb entfernen Warenkorb anzeigen

Engagierte Literatur mit regionalem Bezug – verstaubt oder voll im Trend?

Lesung mit Leonhard F. Seidl
Sonntag, 2. Juni 2019, 19 Uhr
Reale Fälle aufgreifen, Geschichte erzählen, politisch Stellung nehmen – ohne dabei plakativ zu wirken.

Fronten (Edition Nautilus, 2017) ist ein Kriminalroman nach einem wahren Fall. Im oberbayerischen Dorfen erschoss ein psychisch kranker Mann aus Jugoslawien drei Polizisten, was eine Welle fremdenfeindlicher Reaktionen auslöste. Seidl holt den Fall ins Jahr 2016: Ein Amoklauf eines bosnischen Waffensammlers weckt in einem "Reichsbürger" Rachegelüste. Als er Muslime für das Blutbad büßen lassen will, stellt sich ihm Roja, eine muslimische Ärztin, in den Weg.

zum Warenkorb hinzufügen aus Warenkorb entfernen Warenkorb anzeigen

Überblick: Lesungen nach Terminen

Datum Wochentag Uhrzeit Autorin/Autor Titel
31.05.2019 Freitag 19:00 Olga Tokarczuk Lesung aus dem Buch "Unrast"
31.05.2019 Freitag 20:30 Timur Vermes Wie kriege ich das Buch verkauft?
01.06.2019 Samstag 16:00 Franziska Hauser Die eigene Sprache finden
01.06.2019 Samstag 17:30 Matthias Nawrat Die Stadien eines Romans
01.06.2019 Samstag 19:00 Emilia Smechowski Von einer persönlichen Geschichte zum Buch über eine kollektive Erfahrung
01.06.2019 Samstag 20:30 Olga Grjasnowa Die Recherche am Beispiel von „Gott ist nicht schüchtern“
02.06.2019 Sonntag 15:30 Britta Sabbag Wie finde ich meinen Stoff zwischen Mainstream und Nische?
02.06.2019 Sonntag 17:30 Susanne Fritz „Wahre Begebenheiten“ und künstlerische Freiheit
02.06.2019 Sonntag 19:00 Leonhard Seidl Engagierte Literatur mit regionalem Bezug – verstaubt oder voll im Trend?