Olga Tokarczuk

© Lukasz Giza

Olga Tokarczuk erhielt 2019 rückwirkend den Nobelpreis für Literatur des Jahres 2018, der zuvor nicht vergeben worden war.

Sie ist auch Trägerin des internationalen Man-Booker-Preises 2018. Bevor sie sich als Schriftstellerin einen Namen machte, arbeitete sie als studierte Psychologin in einem Jugendheim und später als selbstständige Verlegerin.  Ihr Werk wurde in zwölf Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, wobei Ihre Bücher bei Literaturkritik und Leserschaft gleichermaßen erfolgreich sind. Den wichtigsten Schriftstellerpreis Polens, den Nike-Preis, erhielt sie fünf Mal als Publikums- und zwei Mal als Hauptpreis - das letzte Mal 2015 für ihren tausend Seiten starken Roman Die Jakobsbücher, (deutschsprachige Übersetzung erschien im Kampa Verlag). Bei der Preisverleihung äußerte sie Kritik an der nationalkonservativen Geschichtsauffassung in Polen, was ihr eine national motivierte Hasswelle im Internet einbrachte und eine offene Kritik seitens der regierenden Partei. Die Verfilmung ihres „Öko-Krimis“ Gesang der Fledermäuse unter dem Titel Die Spur (Regie: Agnieszka Holland) wurde 2017 bei der Berlinale mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet.

 

Für den Roman Unrast (auf Deutsch ersch. im Kampa Verlag am 11.Februar 2019) erhielt Olga Tokarczuk 2018 gemeinsam mit ihrer US-amerikanischen Übersetzerin Jennifer Croft den internationalen Man-Booker-Preis.  Die Jury lobte den "wundervollen Esprit, die Fantasie und die literarische Ausdruckskraft" der Autorin. Eine Frau und ihr kleiner Sohn verschwinden auf mysteriöse Weise während des Urlaubs - um ebenso plötzlich wieder aufzutauchen; eine orthodoxe Sekte will durch ständige Bewegung dem Teufel entkommen; Chopins Schwester begleitet sein Herz auf eine allerletzte Reise nach Warschau: Das Buch besteht aus kleinen Geschichten, Erzählungen, Tagebucheinträgen und Reisenotizen, die jedoch einem gemeinsamen roten Faden folgen.
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