texttage.nuernberg 2 / 2021

Meisterklassen: Schreibworkshops und Lesungen

2021 stand das Meisterklassen-Programm ganz im Zeichen der Frauen! Bestsellerautorinnen kamen für drei intensive Tage nach Nürnberg, um sich mit dem Publikum auf ein literarisches Abenteuer einzulassen. Die texttage.nuernberg boten die einmalige Chance, die erfolgreichen Autorinnen persönlich kennenzulernen, mit ihnen in exklusiven Workshops in kleinen Gruppen zu arbeiten, sich professionelles Feedback zu holen und dabei auch das eigene Netzwerk zu erweitern. Neben den Workshops boten kurz getaktete Lesungen einen anderen Zugang zu den Entstehungsprozessen von Texten.

Nach dem Motto "von den Besten lernen" gab es zur Auswahl spannende Meisterklassen (Schreibworkshops / Lesungen) mit sechs ausgezeichneten und erfahrenen Autorinnen. Die zweiteiligen Workshops dauerten jeweils insgesamt 7 Stunden. Die einstündigen Lesungen ließen hinter die Kulissen schauen und die Entstehungsgeschichten der Bücher zu erfahren. Bei den texttagen.nuernberg 2 / 2021 gab es Meisterklassen mit folgenden Autorinnen:

 

© Grazyna Wanat

Tamara Bach

Schreibworkshop
Ich sehe was, was du nicht siehst. Die Beobachtung schärfen, zeigen, statt zu behaupten. Wie das Auge zum Erzähler wird.

Lesung
Macht das Spaß? Wie man ein Buch schreibt und am anderen Ende fast unversehrt wieder herauskommt.
Am Beispiel vom Buch: St. Irgendwas [Carlsen, 2020]

Lena Gorelik

Schreibworkshop
Mein schreibendes Ich. 
Wie viel erzähle ich von mir, wenn ich schreibe, und wie erzähle ich meine Geschichte, ohne alles über mich zu verraten? 

Lesung
Schreiben aus dem Ich.
Der Versuch, die Welt zu erzählen, wenn man über das eigene Ich schreibt.
Am Beispiel vom Buch: Wer wir sind [Rowohlt Berlin Verlag, 2021]

Miku Sophie Kühmel

Schreibworkshop
Diversity Writing.
Mehrwert finden im Schreiben alternativer Lebens- und Liebeskonzepte.

Lesung
Geschlechter von der Rolle.
Alternative Männlichkeitskonzepte als Programm.
Am Beispiel vom Buch: Kintsugi [ S. Fischer, 2019]

Nina Bußmann

Schreibworkshop
Kinderstimmen, alte Seelen. Alter und Perspektive. Welche Stimme für welche Generation?

Lesung
Melancholie und Hoffnungsvorrat. 
Nicht Bescheid wissen: Luxus oder Notwendigkeit?
Am Beispiel vom Buch: Dickicht (Suhrkamp, 2020)

Judith Kuckart

Schreibworkshop
Stimme der Dinge. Welche Geschichten erzählen die Dinge, wenn die Menschen den Raum verlassen haben? Wofür sind sie Zeugen? Was ist ihre Sprache? Wie klingt ihre Stimme? 

Lesung
Warum schreiben? 
Ich schreibe, weil ich Geld verdienen muss. Ich schreibe, weil ich sterben muss.
Am Beispiel vom Buch: Kein Sturm, nur Wetter [Dumont, 2019]

Julia Schoch

Schreibworkshop
Wer „Ich“ sagt, muss auch „Sie, Er, Wir“ sagen.
Wie wir den Reichtum literarischer Perspektiven nutzen können.

Lesung
Der Roman — die Welt der Möglichkeit. Ich erzähle die Welt nicht nach, sondern phantasiere sie weit. 
Am Beispiel vom Buch: Schöne Seelen und Komplizen [Piper 2018]


textualienmarkt: fränkische Szene zum Anfassen

Neben den Meisterklassen ist der textualienmarkt die Open-Air Spielwiese für ungeahnte Formate, Begegnungen und fränkischen Charme. Bespielt von unzähligen Akteuren, heiß geliebt vom Publikum und der Kreativität und Diversität der Szene verhaftet, fand der textualienmarkt in 2021 coronakonform statt. Die fränkische Szene gab sich mit über 30 Programmpunkten erstmals ein Stelldichein auf dem textualienmarkt des Bildungscampus Nürnberg. Auf den Plätzen rund um Bildungszentrum und Stadtbibliothek entstanden Oasen der Begegnung und Vielfalt:
Mundart traf Slam, Bier auf Poesie, Texte auf Kritik, Haiku auf Gutenbergs Drucktechnik, Übersetzung und Lektorat auf Berufsneulinge, Hermann Kesten auf einen Preis und Lyrik auf schräge Sounds. Die Formate waren so bunt gemischt wie die Akteure, Vereine, Autorinnen und Autoren, Berufsverbände und Genres.

Podiumsgespräche

Texte haben Macht und überschreiten Grenzen. Wir sprachen darüber mit Autorinnen und Übersetzerinnen.

Texte und Sichtbarkeit: Wie bestimmte Gesellschaftsgruppen und Themen ein- und ausgeblendet werden
Es sprachen: Julia Friedrichs [„Working class“], Deniz Ohde [„Streulicht“], Miku Sophie Kühmel [„Kintsugi“] und Emilia Roig [„Why we matter“]. Moderation: Grażyna Wanat
---> Mitschnitt des Gesprächs, veröffentlicht im BZ-Podcast

Texte und Sprachen: Was passiert mit Texten, wenn sie übersetzt werden
Geschichten hinter Übersetzungen erzählen: Julia Schoch [aus dem Franz.] und Lisa Palmes [Polonistin, Germanistin und Übersetzerin polnischer Literatur. Sie übersetzte Bücher der Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk sowie von Joanna Bator, Wojciech Jagielski, Lidia Ostałowska und Filip Springer]. Moderation: Tobias Wildner
---> Mitschnitt des Gesprächs, veröffentlicht im BZ-Podcast